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Großeinsatz in Soest: E-Bike-Akku explodiert in Kinderzimmer – Feuerwehr rettet Familien

Soest – Großeinsatz für Feuerwehr und Rettungsdienst an der Hermannstraße im Soester Nordosten. Gegen 7 Uhr sei in der Wohnung eines dreistöckigen Mehrfamilienhauses ein Feuer ausgebrochen, berichtet Feuerwehrsprecher Kai Weets. Das Feuer im Kinderzimmer einer Erdgeschosswohnung breitete sich rasant aus und sorgte für eine massive Rauchentwicklung, die sich ins Treppenhaus ausbreitete und mehreren Bewohnern den Fluchtweg abschnitt.

Eine Schilderung der Polizei verdeutlicht, wie enorm die Flammen im Kinderzimmer gewütet haben müssen: „Der Putz ist von den Wänden geplatzt, das Kinderzimmer ist komplett ausgebrannt“, erklärt Polizeisprecher Marco Baffa-Scinelli. Die Bewohner der betroffenen Wohnung sowie die der Nachbarwohnung – insgesamt sechs Personen – konnten sich selbst ins Freie retten. Doch diejenigen, die in den Obergeschossen wohnten, waren vom Rauch eingesperrt.

Daher musste die Feuerwehr laut Angaben der Polizei vier Kleinkinder, zwei Jugendliche und zwei Erwachsene aus dem Gebäude retten – zwei von ihnen im Korb der Drehleiter; den anderen sechs wurden Fluchthauben aufgesetzt, mit denen sie zügig und ungefährdet in Begleitung der Feuerwehr durch das Treppenhaus nach draußen huschen konnten, so Feuerwehrsprecher Weets.

Nach ersten Erkenntnissen blieben alle Menschen bei dem Brand unverletzt, erklärt Polizeisprecher Marco Baffa-Scinelli. Doch schon jetzt sei klar, dass die Wohnung, in der das Feuer ausbrach, und in der nächsten Zeit sogar das gesamte Haus aufgrund der Ausbreitung des giftigen Brandrauches unbewohnbar sind.

Für die Betreuung der Geretteten rückte die Feuerwehr mit mehreren Bullis an, in denen die Hausbewohner zur Feuerwache am Florianweg gebracht wurden. Dort hatten sie erst einmal ein Dach überm Kopf und konnten sich angesichts der eisigen Temperaturen aufwärmen. Zudem rückte zur Betreuung ein Großaufgebot von Rettungskräften an.

Neben den vielen Menschen rettete die Feuerwehr, die mit rund 40 Kräften aus der Innenstadt und Ampen vor Ort war, auch drei Katzen unversehrt aus dem Haus. Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen, geht zum aktuellen Zeitpunkt allerdings von einem technischen Defekt am Akku des E-Bikes aus.

Grundsätzlich sollten solche Lithium-Ionen-Akkus nicht unbedacht oder unbeobachtet geladen werden. Während des Ladevorgangs herrsche die größte Gefahr, dass ein – möglicherweise unerkannt durch einen Sturz beschädigter Akku – brandgefährlich wird. Feuerwehrsprecher Kai Weets rät: „Grundsätzlich sollten Akkus – egal von welchem Gerät – nicht über Nacht und ohne Aufsicht geladen werden. Während ein Akku geladen wird, sollte sich jemand in der Nähe befinden, um im Falle einer Reaktion schnellstmöglich reagieren zu können. Für viele Akkus gibt es spezielle Sicherheitstaschen, die im Falle einer Reaktion eine Rauchausbreitung verhindern oder zumindest begrenzen.“

Problematisch sei vor allem die Tatsache, dass man Akkus eine potenzielle Beschädigung nicht unbedingt ansehen kann: „Die Zellen können bereits durch einen Sturz Schaden genommen haben. Am Anfang wirkt es so, als wäre alles in Ordnung. Manche Akkuzellen reagieren jedoch erst beim fünften, sechsten oder siebten Ladevorgang.“

Und diese Reaktion ist in der Regel heftig: Explosionsartig schießen Flammen aus dem Akku, brennende Teile setzen andere Gegenstände in der Nähe schnell in Flammen, die Rauchentwicklung ist enorm. Wie am Dienstagmorgen im Kinderzimmer an der Hermannstraße. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Akku mitten in der Nacht explodiert wäre.

Erst im Sommer hatte es einen Großeinsatz an der Hermannstraße in Soest gegeben. Auch bei diesem Einsatz rettete die Feuerwehr Leben.

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